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Zwei Kleinblittersdorfer helfen Kriegsopfern - Riesen Spendenbereitschaft in der Gemeinde Kleinblittersdorf

Die beiden Kleinblittersdorfer Holger Fuchs (links, 48 Jahre) und Marc Trapp (50 Jahre) haben am Freitagmorgen Hilfsgüter nach Polen gefahren und bringen auf dem Rückweg Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine mit.
Die beiden Kleinblittersdorfer Holger Fuchs (links, 48 Jahre) und Marc Trapp (50 Jahre) haben am Freitagmorgen Hilfsgüter nach Polen gefahren und bringen auf dem Rückweg Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine mit.

Kleinblittersdorf. Am vergangenen Sonntagabend lag Marc Trapp in seiner Wohnung in Kleinblittersdorf auf der Couch und sah im TV die schrecklichen Bilder des Krieges in der Ukraine und erfuhr gleichzeitig, welche Not bei den Kriegsopfern herrscht. „Ich wurde nervös und konnte da nicht einfach rumliegen und zusehen. Ich habe meinen Freund Holger Fuchs angerufen und ihn gefragt, ob er am nächsten Wochenende schon etwas vor hat“, blickt Marc Trapp eine Woche zurück. Holger Fuchs hatte die gleichen Gedanken und beide entschieden sich sofort, direkt und vor Ort zu helfen.

Am Freitagmorgen fuhren Marc Trapp und Holger Fuchs nach Warschau.
Am Freitagmorgen fuhren Marc Trapp und Holger Fuchs nach Warschau.

 „Am Montag und Dienstag haben wir alles notwendige, wie einen Transporter und einen großen Anhänger organisiert und dann sind wir an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt Holger Fuchs. Und spätestens als die Saarbrücker Zeitung am Donnerstag von dem Spendenaufruf der beiden berichtete, konnten sich die zwei vor Material nicht mehr retten. „Plötzlich hat das alles enorme Ausmaße angenommen und die Menschen kamen aus dem gesamten Regionalverband und haben uns Sachen gebracht. Man muss dazu sagen, dass es sich um genau die Sachen handelte, die wir angegeben haben und die vor Ort auch dringend gebraucht werden. Und es handelt sich bei allem um Neuware“, berichtet Marc Trapp am Donnerstagabend, als die beiden ihren Transporter und den Anhänger vollladen.

Die Menschen aus der Gemeinde Kleinblittersdorf spendeten und spendeten.
Die Menschen aus der Gemeinde Kleinblittersdorf spendeten und spendeten.

Wir wussten zuerst gar nicht, ob wir den Transporter voll bekommen würden. Jetzt wissen wir nicht, ob der Transporter und der Anhänger reichen werden. Ein Mann hat eine ganze Palette mit Windeln vorbei gebracht, eine Frauen drei riesige Tüten voller Schnuller. Auch Babynahrung und Hygieneartikel für Frauen haben wir kistenweise bekommen“, erzählt Holger Fuchs, während auf der Straße vor ihrem Transporter der Firmenbus von Alexander von Oetinger, einem Kleinblittersdorfer Unternehmer hält. Alexander von Oetinger steigt aus und drückt den beiden Geldscheine in die Hand und fährt weiter. „Das haben wir in den vergangenen Tagen auch oft erlebt. Freude geben uns einfach Geld für Benzin. Holger und ich haben jeweils eigene Firmen und werden darüber auch noch Geldbeträge spenden. Wir denken, dass wir genug Benzingeld haben. Vielleicht reicht es auch noch, um in Polen Sachen für die Kriegsopfer zu kaufen“, sagt Marc Trapp.

Holger Fuchs (links) und Marc Trapp beim Beladen des Anhängers.
Holger Fuchs (links) und Marc Trapp beim Beladen des Anhängers.

Am Freitagmorgen um acht Uhr ging die Mission für die beiden Kleinblittersdorfer los. 1300 Kilometer am Stück bis zu einem Militärflughafen in der polnischen Hauptstadt Warschau. Im Vorfeld hat Holger Fuchs in dieser Woche Kontakt zum Maltester Hilfswerk aufgenommen. Die Maltester sind in Polen vor Ort und wissen genau, was noch gebraucht wird. „Wir wollen nicht nur einfach Sachen nach Polen bringen, sondern auch direkt Menschen helfen. Wir werden auf dem Rückweg Flüchtlinge mit nach Deutschland bringen. Dabei wird es sich aller Voraussicht nach um zwei Mütter und vier Kinder handeln, die wir zu Bekannten im Saarland fahren. Die sechs Menschen waren am Dienstag noch in einem Kriegsgebiet in der Ukraine und auf der Flucht. Wir hoffen, sie schaffen es bis Sonntag“, sagt Holger Fuchs. Wenn alles nach Plan läuft, dann treffen die zwei Kleinblittersdorfer Anfang nächster Woche wieder in ihrer Heimat ein, haben Unmengen an Spenden übergeben und sechs Kriegsflüchtlinge in Sicherheit gebracht.

 

Text und Fotos: Heiko Lehmann.